20.05.1662

Dienstag, den 20.05.1662 >pepysdiary.com

Sir W. Penn und ich waren einige Zeit im Amt tätig und kehrten anschließend wieder nach Hause zurück. Dekan Fuller kam, nachdem wir mit dem Essen bereits fertig waren, ich sah jedoch zu, dass er etwas bekam. Wir waren dann eine oder zwei Stunden lang überaus vergnügt und ich war von seiner Gesellschaft und seinem freundlichen Wesen sehr angetan. Schließlich machte er sich auf den Weg, worauf meine Frau und ich in einer Kutsche zur Oper fuhren und dort den zweiten Teil von „The Siege of Rhodes“ sahen. Die Aufführung war allerdings nicht so gut wie seinerzeit, als Roxalana noch da war, zu der sich der Lord of Oxford nunmehr bekannt hat, wie es heißt. Dann zum Kai am Tower und dort ein Boot bestiegen. Anschließend liefen wir alle gemeinsam zum Halfway House, wo wir danach aßen, tranken und guter Dinge waren. Abends kehrten wir wieder nach Hause zurück und sagten einander gute Nacht. Wir leben derzeit überaus angenehm und das schon seit geraumer Zeit. Gott sei dafür gelobt und lasse uns dankbar sein. Auch wenn ich eigentlich dagegen bin allzu viel auszugeben, so halte ich es doch für geboten, das Leben in Maßen zu genießen, jetzt, da wir Gesundheit, Geld und Aussichten haben, anstatt uns Vergnügungen für das Alter oder Zeiten der Not aufzusparen, wenn wir uns nicht mehr so recht daran erfreuen können.

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19.05.1662

Montag, den 19.05.1662 >pepysdiary.com

Ich blieb lange im Bett, stritt mich bisweilen mit meiner Frau und versöhnte mich dann wieder mit ihr. Endlich aufgestanden und meine Reitkleidung und den neuen Kamelottmantel angelegt, der mir recht gut gefällt. Wegen meiner Replik zum Temple und danach zu meinem Bruder Tom, wo ich erfuhr, dass mein Vater sich diese Woche in der Stadt aufhalten wird. Anschließend nach Hause. Die Geschäfte waren zum Teil geöffnet und zum Teil geschlossen. Ich habe heute morgen erfahren, dass sich das Unterhaus sehr gedrängt fühlte, die Geschäfte hastig voranzutreiben, damit der König alle Gesetze beschließen und am Nachmittag aus der Stadt fahren konnte. Wie mir mittlerweile zu Ohren gekommen ist, war er am Ende jedoch gezwungen, bis 9 Uhr dazubleiben, um das dann auch wirklich tun zu können. Er hatte am Ende das Unterhaus vertagt, sich anschließend nach Guildford begeben und dort übernachtet. Nach Hause. Mr. Hunt leistete mir zum Mittagessen Gesellschaft, das wir gut gelaunt einnahmen. Nach dem Essen fuhren Sir W. Penn, dessen Tochter sowie ich und meine Frau in einer Kutsche zum Theater und sahen dort von einer Loge aus „The little Thief“ in einer sehr schönen Aufführung. Dann zu den Moore Fields, dort einen Spaziergang gemacht und Käsekuchen und Schinken gegessen. Nach meiner Rückkehr wurde mir jedoch übel und ich musste alles wieder von mir geben. Hinterher mit meiner Frau bis spätabends auf der Dachterrasse spazieren gegangen und gesungen, weil der Abend schön war und der Mond schien. Und dann zu Bett.

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18.05.1662

Sonntag, den 18.05.1662 >pepysdiary.com

Pfingsten. Mit einem Boot nach Whitehall und dort in der Kapelle in meine Bank, die mir als Sekretär des Geheimsiegels zusteht. Ich hörte eine ausgezeichnete Predigt von Dr. Hacker, dem Bischof von Lichfield und Coventry, über die Worte „Wer aber von dem Wasser trinket, das ich ihm gebe, wird ewiglich nicht dürsten“. Hauptmann Cocke und einige weitere sangen einen großartigen Hymnus, und auch sonst wurde schöne Musik gespielt. Dann kam der König nach unten, betete und empfing auf Knien das Abendmahl, ein wirklich sehenswerter Anblick. Anschließend mit Sir G. Carteret zum Mittagessen, um in seiner Unterkunft mit seiner Frau und einem gewissen Mr. Brevint, einem französischen Geistlichen, zu Mittag zu essen. Wir waren hervorragend aufgelegt und führten interessante Gespräche. Nach dem Essen unterhielt ich mich eingehend mit der gnädigen Frau. Dann wieder zur Kapelle, in der es einen weiteren schönen Hymnus von Captain Cocke zu hören gab. Danach in die Ratskammer, wo der König und der Rat fast bis 11 Uhr nachts tagten, was mich dazu zwang, währenddessen die ganze Zeit auf den Galerien umherzulaufen. Man verlas dort sämtliche Gesetzesentwürfe, die im Parlament morgen beschlossen werden sollen, ehe der König die Stadt verlässt und das Parlament vertagt.

Nachdem die Ratssitzung beendet worden war und Sir G. Carteret mir erzählt hatte, welche Weisungen der Rat hinsichtlich der Schiffe erteilt hatte, die ursprünglich Pferde von Irland nach Portugal transportieren sollten, was sich nunmehr jedoch geändert hat, nahm ich eine Kutsche und ließ das Boot ohne mich abfahren. Daheim angekommen, war meine Frau verdrossen, weil ich fort gewesen war. Ich beschwichtigte sie jedoch. Sie trug ihr neues schwarzes Taftkleid und einen gelben Unterrock und sah darin ausgesprochen hübsch aus. Dann zu Bett.

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17.05.1662

Samstag, den 17.05.1662 >pepysdiary.com

Veranlasst durch einen Brief von Mr. Moore, begab ich mich zum Büro meines Cousins Turner und beauftragte diesen, unverzüglich eine Replik auf Tom Trices Erwiderung zu entwerfen. Dann nach Whitehall und dort Mr. Moore getroffen. Ich war mit diesem anschließend lange in der Westminster Hall unterwegs und lief danach mit ihm zur Gewandkammer, um dort zu Mittag zu essen. Mr. Saunderson, die Hüterin der Hoffräulein, speiste ebenfalls dort. Nach dem Essen liefen Mylady und ich zur Paternoster Row, um wegen der Ankunft der Königin für Mylady einen Unterrock aus Satin sowie weitere Dinge zu erstehen. Als wir zur Gewandkammer zurückkamen, stießen wir auf Mr. Nathaniel Crew, den ein junger Herr begleitete, ein Freund und Mitschüler von ihm aus gutem Hause, Mr. Knightley, der außerdem mit den Crews bekannt ist. Mylady erzählte mir im Vertrauen, dass sie ihn als Ehekandidaten für Lady Jemima in Erwägung zieht. Ich war von seinem Wesen sehr angetan und außerdem verfügt er über 2000 Pfund per annum. Hinterher ins Amt und dort an einer Sitzung teilgenommen. Nachdem ich anschließend Briefe an alle meine Freunde geschrieben hatte, die sich mit Mylord gerade in Portsmouth aufhalten, lief ich zu meinem Bruder Tom, um dort einen Samtmantel in Augenschein zu nehmen, den ich Mr. Moore abkaufen werde. Er wird mich auf 8 Pfund 10 Shilling zu stehen kommen. Mr. Moore hat ihn selbst für 6 Pfund 10 Shilling erworben, er ist aber sein Geld wert. Dann heim, wo für morgen bereits alles schön saubergemacht worden war, was mich sehr freute. Dann zu Bett.

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16.05.1662

Freitag, den 16.05.1662 >pepysdiary.com

Früh aufgestanden. Mr. Hater und ich gingen ins Amt. Dort vervollständigte ich meine Sammlung von Vertragsexzerpten, die ich angefertigt hatte. Daheim zu Mittag gegessen und danach den größten Teil des Tages im Amt verbracht. Zu Abend gegessen und zu Bett.

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15.05.1662

Donnerstag, den 15.05.1662 >pepysdiary.com

Nach Westminster. Im Siegelamt sah ich zu, als Mr. Coventrys Ernennung zu unserem zuständigen Kommissar gesiegelt wurde, und weiß nicht so recht, ob ich mich nun darüber freuen soll oder nicht. Dann lief ich nach Hause und erledigte unterwegs eine Reihe von Dingen. Nach dem Mittagessen für den ganzen Nachmittag ins Amt. Am Ende des Tages wurden anlässlich der Ankunft der Königin, die gestern Abend in Portsmouth eingetroffen war, alle Glocken der Stadt geläutet und Freudenfeuer angefacht. Dass sich darüber jemand wirklich aufrichtig freute, sah ich jedoch selten. Im Innersten ihres Herzens sind die Leute, die die Selbstgefälligkeit und Prachtentfaltung des Hofs und dessen zunehmende Verschuldung sehr bemängeln, eher gleichgültig gestimmt. Dann zu Bett.

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14.05.1662

Mittwoch, den 14.05.1662 >pepysdiary.com

Den gesamten Vormittag geschäftlich in Westminster und andernorts aufgehalten. Dann in der Gewandkammer zu Mittag gegessen. Nach dem Essem saß ich für eine oder zwei Stunden mit Mylady beisammen und führte mit ihr ein Gespräch unter vier Augen. Sie befürchtet, dass Lady Castlemaine die Verbindung zum König weiter aufrechterhalten wird. Ich dagegen sorge mich, dass diese genau das nicht tun wird, denn ich bin sehr von ihr angetan. Dann zu meinem Bruder. Als ich ihn bei einer Lüge über das Futter meines Schlafrocks ertappte, von welchem er behauptete, es sei aus dem gleichen Stoff gemacht wie die Außenseite, wurde ich sehr wütend auf ihn und verließ ihn in dieser Stimmung dann auch. Schließlich kehrte ich wieder nach Hause zurück, nachdem ich mich zuvor eine oder zwei Stunden im Kirchhof von St. Paul aufgehalten hatte. Danach kam Mr. Moorcock und brachte mir einen prächtigen Kuchen. Das hatte er offenbar auch bei den anderen so gemacht, was mich freute. Schließlich zu Bett.

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