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Für Donnerstag, den 31.12.1663 notierte Pepys in seinem Tagebuch:

Aufgestanden und ins Amt, wo wir den ganzen Vormittag beisammen saßen. Unter anderem kam Sir W. Warren, wegen irgendeines Vertrags. Weil Sir W. Batten nicht da war, beschwerte er sich in der versammelten Runde ganz offen über ihn und und sagte, Sir W. Batten sei darauf aus, ihm bei allen, was er vorbringe, Widerstand entgegenzusetzen. Sir W. Penn nannte ihn darauf einen verlogenen Schuft. Dabei weiß ich doch, dass es ihm ebenso gut gefiel, solche Reden von ihm zu hören, wie jedem anderen der Anwesenden auch. Hinterher wurde über das, was er gesagt hatte, kein weiteres Wort mehr verloren, man ging vielmehr zur Tagesordnung über. Am Mittag gingen wir schließlich auseinander. Ich begab mich für einige Zeit zur Börse und zum Essen dann wieder nach Hause. Mein Kopf tat mir ungeheuer weh, weil er vor geschäftlichen Dinge schier überquoll. Zum Essen gab es für mich und meine Frau einen guten Truthahn sowie eine Hackfleischpastete. Und so speisten wir schön zu Mittag, meine Frau, die Gute, und ich. Dies geschah ganz so, wie wir zuvor auch schon unser Weihnachtsfest gemeinsam begangen hatten. Wir waren dabei nämlich fast gänzlich unter uns geblieben. Nicht ein einziges Mal waren wir ausgegangen. Morgen aber erlöschen meine Gelübde hinsichtlich der Theateraufführungen und des Weins. Ich hoffe jedoch, dass es nicht allzu lange dauern wird, bis ich neue abgelegt habe, nachdem mir, wie ich bemerkt habe, aus ihrer Befolgung so viele Vorteile und Gottes Segen erwachsen sind. Dann ins Amt, dort Verschiedenes erledigt und mich um mehrere Leute gekümmert. Weil mir jedoch der Kopf wehtat und der heutige Abend ganz der Erstellung meiner Abrechnung dienen sollte, machte ich mich auf den Weg, nahm eine Kutsche und begab mich zu meinem Bruder. Der war allerdings nicht zu Hause. Deshalb kehrte ich wieder zurück und brachte danach eine oder zwei Stunden in der Kaffeestube zu, wo ich Zeuge einer einfältigen Unterhaltung über Quaker wurde, die angeblich von einem Band verzaubert worden waren, das sie um ihre Handgelenke geschlungen hatten. Anschließend zurück. Nachdem ich mich noch kurz im Amt aufgehalten hatte, ging ich nach Hause und aß zu Abend. Während in meinem Zimmer schließlich ein schönes Feuer brannte, blieb ich bis 4 Uhr auf, stellte meine Abrechnungen auf und verfasste den letzten Tagebucheintrag für dieses Jahr. Zunächst einmal dankte ich Gott dafür, dass ich trotz hoher Kosten, die mir auch im laufenden Monat durch Weihnachten, einige Zahlungen an meinen Vater und verschiedene andere unvorhergesehene Ausgaben entstanden waren, über 800 Pfund besitze. Dazu kommen noch die Güter in meinem Haushalt und ganz Brampton. 700 Pfund aus meinem Vermögen befinden sich in den Händen von Mylord Sandwich und der Rest ist bei mir. Deshalb befinden sich gegenwärtig höchstens 15 Pfund, die ich mein Eigen nenne, in anderen Händen als den meinen oder denen von Mylord. Gebe Gott, dass ich diese Güter angemessen zu schätzen, klug zu bewahren und zu vermehren wissen werde. Ich bewohne mein Haus im Marineamt, in dem außer meiner Frau und mir noch Jane Gentleman und Bess leben, unsere ausgezeichnete und gutmütige Köchin, sowie Susan, eine kleine Dienerin. Unter meinem Dach befinden sich weder ein Bediensteter noch ein Bursche und daran wird sich für lange Zeit wohl auch nichts mehr ändern. Derzeit leben wir sehr zufrieden, ruhig und zudem auch noch sehr bescheiden. Um meine Gesundheit ist es recht ordentlich bestellt, bis auf den Umstand, dass ich in letzter Zeit sehr von Verstopfung geplagt werde, von der ich mich jedoch zu befreien suche und auch hoffe, dass es mir gelingen wird. Meine Stellung im Amt ist gut, obgleich Sir W. Batten mich glühend um sie beneidet. Er kann mich auf den Tod nicht ausstehen, mir aber nichts anhaben. Die anderen Kollegen begegnen mir mit Wertschätzung oder geben zumindest nicht zu erkennen, dass es sich anders verhält, auch wenn ich weiß, dass Sir W. Penn, was mich betrifft, scheinheilig ist, wenn er so tut, als sei er mir gewogen. Meinem Vater und meiner Mutter auf dem Land geht es gut. Derzeit halten sich die jungen Damen aus Hinchingbrooke bei ihnen auf. Bei ihnen zu Hause sind nämlich die Pocken ausgebrochen. Die Königin ist nach langer und schwerer Krankheit wieder wohlauf. Der König hingegen schenkt seinen Geliebten leider Gottes allzu viel Aufmerksamkeit. Ich hoffe jedoch, dass sich alles zum Guten wenden wird, vor allem in der Marine. Dies zu bewerkstelligen, werde ich unbeirrt meine Pflicht tun. Jedermann redet über die Pläne des Königs von Frankreich und niemand weiß, ob sich diese gegen den Papst oder den König von Spanien richten. Gleichwohl ist er ein großer und wahrhaft vielversprechender Herrscher, auf den alle Oberhäupter Europas ihre Augen richten. Meiner Frau zufolge ist ihr Bruder mittlerweile höchst unglücklich über die Launenhaftigkeit seiner Frau und ihre Armut, die sie jetzt zugegeben hat, nachdem ihr Gatte zuvor so viel von einer großen Mitgift dahergeredet hatte. Ich selbst pflege allerdings keine Verbindung zu den beiden. Zumindest verschonen sie mich mit ihren Besuchen. Derzeit habe ich zu tun, weil mein Cousin Angier aus Cambridge unlängst in seinem Gewerbe zahlungsunfähig geworden ist. Heute habe ich seinen Sohn John, einen wahren Nichtsnutz, zur See geschickt. Was ich von meinem Bruder Tom halten soll, weiß ich nicht. Ich erfahre nämlich nichts darüber, ob er sich nun um seine Geschäfte kümmert oder ob nicht. Mein Bruder John in Cambridge hat dort ebenso wenig Aussichten, es zu etwas zu bringen. Als er vor Kurzem hier war, hat er mir allen Grund gegeben, mich über seinen Lebenswandel zu ärgern. Pall lebt bei meinem Vater und Gott allein weiß, was sie dort tut und was aus ihr noch werden soll. Ich selbst besitze nämlich noch nichts, was ich ihr abgeben könnte. Sie wird langsam alt und irgendetwas muss gefunden werden, damit für sie gesorgt ist. Die Herzogin von York leidet zurzeit an den Masern, befindet sich aber auf dem Weg der Besserung. Die Türken sind weit ins Innere Deutschlands vorgestoßen. In jenem Teil der Welt herrscht tiefe Ratlosigkeit darüber, was man von ihrem Vormarsch noch zu erwarten hat. Ich selbst mache gute Fortschritte und bin zielstrebig und entschlossen dabei, meinen Geschäften nachzugehen, um zu ein wenig Geld zu kommen. Gleichzeitig versuche ich, dem König dadurch nach Kräften zu dienen, worin Gott mich bestärken möge. So endet das alte Jahr.

Für Mittwoch, den 30.12.1663 notierte Pepys in seinem Tagebuch:

Früh aufgestanden und in einer Kutsche zu Mylord Sandwich. Als ich kam, war er war gerade im Begriff auszugehen und er erkundigte sich, wie es denn seiner Cousine (meiner Frau) gehe. Seit er gekränkt worden war, war es das erste Mal, dass er das getan hatte und ich bin überzeugt, dass er mir gerne wieder ganz ungezwungen begegnen würde, wenn er nur wüsste, wie er es anfangen soll. Er ging also aus und ich selbst lief durch den Garten zu Mr. Coventry. Dort sah ich, dass Mr. Pett ihm ein Schiffsmodell brachte, ein wirklich schönes, als Neujahrsgeschenk. Allerdings glaube ich nicht, dass es kunstvoller gemacht ist, als das meinige. Mit ihm zusammen in einer Kutsche nach London, währenddessen interessant und angenehm über das Geschäft unterhalten und über Sir W. Batten und seine üblen Machenschaften geklagt. Nachdem ich mich am Afrika-Haus von ihm verabschiedet hatte, ging ich in die Kaffeestube, wo sich Mr. Grant einfand sowie Sir W. Petty, mit dem ich mich über sein neues Schiff unterhielt, ebenso wie viele andere es taten, nahezu alle die da waren. Er erläuterte mir alles daran höchst ausführlich und ich bin mir fast sicher, dass es sich als eine großartige Erfindung erweisen wird. Schließlich zum Mittagessen nach Hause, nachdem ich nich zuvor eine Zeitlang in der Börse aufgehalten hatte. Dann mit meiner Frau gespeist, die heute ein Abführmittel genommen hatte. Anschließend ins Amt und da den ganzen Nachmittag geblieben, bis spätabends, wegen einiger Amtsangelegenheiten. Hinterher zum Abendessen und zu Bett.

Für Dienstag, den 29.12.1663 notierte Pepys in seinem Tagebuch:

Aufgestanden und ins Amt, wo wir den ganzen Vormittag beisammen saßen. Am Mittag zur Börse, wo ich Mr. Pearse, den Chirurgen, traf, den ich anschließend zum Mittagessen mit nach Hause nahm. Dort hielten sich bereits die Herren Llewellyn und Mount auf. Sie unterhielten sich jedoch derart ungeniert über Tripper und redeten auch ansonsten so lose daher, dass ich ihre Gesellschaft bald leid war. Nach dem Essen ging Llewelly mit mir hinauf in mein Zimmer. Er erzählte, dass Deering vorhat, zu seinem Wort zu stehen und mir für den Gefallen, den ich ihm getan habe, 50 Pfund zu geben, auch wenn dieser sich nicht als so vorteilhaft erwiesen hat, wie er es erwartet und ich es beabsichtigt hatte. Ich erwiderte, dass ich mich von niemandem kaufen lasse und wenn jener mir etwas über Dritte zukommen lasse, so wolle ich versuchen, mich erkenntlich zu zeigen. Allerdings würde ich mich weder persönlich dafür bedanken noch einräumen, eine Aufmerksamkeit erhalten zu haben. Er meinte, das sei auch venünftig. Ferner wies ich ihn darauf hin, dass weder diese Sache noch irgendetwas anderes mich jemals dazu veranlassen könnten, etwas zu tun, was nicht auch dem König zugute kommt. Damit gingen wir wieder auseinander und schließlich ließ ich diedrei zu Hause zurück. Sich fingen an, mit meiner Frau Karten zu spielen, ich begab mich ins Amt und blieb lange dort.

Sir W. Penn in seiner hinterhältigen Art kam, um sich mit mir zusammenzusetzen und über Geschäftliches sowie über die Angelegenheiten des Rechnungsprüfers zu unterhalten. Ich stand ihm freimütig Rede und Antwort und überließ es ihm, sich einen Reim darauf zu machen. Aber ich weiß ja, dass er ein Schuft ist, und deshalb sagte ich nichts, was ich lieber nicht weitergetragen haben wollte.

Dann stellte sich Sir W. Warren ein. Nachdem wir uns über das Mastengeschäft unterhalten hatten und er mir dabei behilflich gewesen war, einige Betrügereien im Handel mit Holz zu durchschauen, kamen wir auf andere Dinge zu sprechen. Insbesondere unterhielten wir uns darüber, wie wir einen Keil in die enge Verbindung zwischen Sir W. Batten und Sir J. Mennes treiben könnten. Dies ließe sich unschwer mithilfe irgendeines guten Bekannten von Sir J. Mennes bewerkstelligen, der selbst davon profitiert. Ihm zufolge wird wohl Sir J. Denham ein geeigneter Mann sein. Nachdem wir uns über weitere Dinge unterhalten hatten, verabschiedeten wir uns voneinander und gingen zu Bett.

Für Montag, den 28.12.1663 notierte Pepys in seinem Tagebuch:

Aufgestanden und in einer Kutsche zu Mylords Unterkunft. Er war jedoch ausgegangen, sodass ich mich umsonst dorthin begeben hatte. Als ich durch Whitehall lief, hörte ich jedoch, dass der König gerade Tennisspielen gegangen war. Deshalb lief ich zum neuen Tennisplatz und sah dann ihm und Sir Arthur zu, als sie gegen Lord Suffolk und Lord Chesterfield spielten. Der König gewann drei Sätze und verlor zwei. Ich fand, dass sie allesamt - und ganz besonders er - gut spielten. Dann ging ich weiter und sprach mit dem Herzog von Albemarle über sein Holz in New Hall. Ich fand ihn träge und schwerfällig, jedenfalls riefen seine Antworten diesen Eindruck bei mir hervor. Anschließend ins King`s Head und dort zu Mittag gegessen. Dort traf ich Creed. Wir kamen allerdings zusammen, speisten und verabschiedeten uns voneinander, ohne etwas anderes als „Wie geht's“ zueinander gesagt zu haben. Nach dem Essen zu Fuß direkt zu Mr. Hollier und diesem ganze 3 Pfund für die Medizin und die Behandlung meiner Frau wegen ihrer Unterleibsbeschwerden bezahlt. Ob sie davon jetzt kuriert ist oder nicht, vermag ich nicht zu sagen. Er meinte jedoch, es stehe nicht zu befürchten, dass daraus etwas Ernstes erwächst. Möglicherweise werde ab und zu ein wenig Flüssigkeit austreten. Schließlich wieder zurück. Ich erfuhr dort, dass meine Frau mit Will (den sie hatte holen lassen, was sie neuerdings ab und zu tut), ausgegangen war, um sich einen Zahn ziehen zu lassen, nachdem sie zuvor anscheinend den ganzen Tag starke Schmerzen gehabt hatte. Spät am Abend kam sie schließlich ohne Zahn wieder zurück und war in recht guter Verfassung. Am Abend hatte ich mir einen Ofen ins Amt bringen lassen, um ihn auszuprobieren. Weil der aber nur ein alter war, gab er genauso viel Rauch ab wie eine ganz gewöhnliche Feuerstelle, die ich auch zuvor schon gehabt hatte. Die neuen Modelle tun dies möglicherweise nicht, weshalb ich mich weiter umsehen muss. Am Abend zum Essen nach Hause und zu Bett. Die Herzogin von York ist an den Masern erkrankt.

Für Sonntag, den 27.12.1663 notierte Pepys in seinem Tagebuch:

Sonntag, den 27.12.1663 Aufgestanden und allein zur Kirche. Dann nach Hause, um mit meiner Frau zu Mittag zu essen. Sehr angenehm, einander zugetan und voller Freude darüber, dass wir uns auch sonst so gut verstehen, besser, wie wir glauben, als die meisten anderen Paare es tun. Nach dem Essen zur französischen Kirche. Wir trafen dort jedoch zu spät ein. Also wieder zurück zu unserer eigenen Kirche, wo ich die gesamte Predigt verschlief, weil der Schotte sie hielt. Schließlich wieder zurück. Am Abend kamen Sir J. Mennes und ich bei Sir W. Penn zusammen, um einige Marineangelegenheiten zu regeln. Ich ging danach heim zum Abendessen nach Hause. Geplaudert, gebetet und zu Bett.

Für Samstag, den 26.12.1663 notierte Pepys in seinem Tagebuch:

Aufgestanden und zunächst zur Minories-Straße gelaufen. Dort mit großem Vergnügen mehrere Instrumente in Augenschein genommen und auch welche bestellt. Dann zur Cornhill-Straße, zu Mr. Cade, und hinaus in sein Lager, um mir ein, zwei Karten anzusehen. Als ich dort viele schöne Bilder sah, liebe Güte, wie sehr sie mich doch in ihren Bann zogen. Ich kaufte ein kleines für die Stube meiner Frau sofort und wir kamen außerdem schnell überein, das ich noch weitere für insgesamt 10 Pfund wählen werde, wenn er sie für mich zurücklegt. Ehrlich gesagt hatte ich da noch die Absicht, sie auf die eine oder andere Art dem König in Rechnung zu stellen. Allerdings wollte ich diese Summe zu seinen Gunsten auf irgendeinem anderen Wege einsparen. Dann aber fand ich, dass es viel zu voreilig von mir gewesen war, ihm diese Ausgabe aufhalsen zu wollen, und ich entschloss mich, sie selbst zu erwerben. Jedoch hoffe ich, dass ich dies nicht tue, ehe ich mir nicht habe einfallen lassen, wie ich es bewerkstelligen kann, ohne meine Rücklagen anzugreifen. Dann in die Kaffeestube, dort lange mit einigen Herren beisammen gesessen und ein interessantes Gespräch über das römische Reich geführt. Hinterher kehrte ich wieder zurück. Bei meiner Ankunft war Mr. Hollier da, der blieb und mit uns speiste. Es gab einen Fasan. Nachdem er wieder fort war, spielte ich den ganzen Nachmittag mit meiner Frau Karten. Gott möge es mir verzeihen, aber ich muss nur über die Stücke sprechen, deren Besuch mir ab dem Neujahrstag erlaubt sein wird, dass meine Gedanken um sie zu kreisen beginnen. Deshalb muss ich mir strengste Regeln auferlegen, ehe ich damit anfange, sonst steht zu befürchten, dass ich noch alles verderbe. Am Abend kam eine Verwandte meiner Tante Wight, um sich nach meiner Frau zu erkundigen und von meiner Tante Grüße zu überbringen. Darüber freue ich mich, ansonsten ist das nämlich gar nicht deren Art. Mir ist allerdings aufgefallen, dass seit Kurzem mein Onkel sehr freundlich zu mir ist. Schließlich ins Amt, Briefe geschrieben und dann begonnen, im Rushworth zu lesen, um ihn abzuschließen. Was ich dann auch tat. Ich muss sagen, das dies ein Buch ist, dessen Lektüre sich für einen in meiner Position lohnt wie kein zweites. Das gilt auch für jeden anderen, der sich Hoffnungen macht, in der Öffentlichkeit etwas darzustellen. Dann zum Abendessen nach Hause und zu Bett.

Für Freitag, den 25.12.1663 notierte Pepys in seinem Tagebuch:

Weihnachtstag. Lange im Bett geblieben und angenehm mit meiner Frau geplaudert. Sie kam dabei unter anderem darauf zu sprechen - ich weiß nicht, ob es absichtlich oder unbedacht geschah - was sie denn wohl tun sollte, falls mir ein Unglück zustößt, durch das ich ums Leben komme. Ich gab ihr eine unbekümmerte Antwort. Gleichwohl soll mir das Ganze ein willkommener Anlass sein, für ihr Wohl zu sorgen, indem ich so bald wie möglich ein Testament aufsetze. Aufgestanden und zur Kirche, wo Mr. Milles eine brauchbare Predigt hielt. Hinterher wieder zurück und sehr angenehm mit meiner Frau zu Mittag gegessen. Anschließend verbrachte ich den ganzen Nachmittag bei ihr, indem ich zunächst aus dem Fenster schaute und den Jungs im Hinterhof von Sir W. Penn bei vielen verschiedenen Spielen zuzusah, die mich an meine eigene Jugendzeit erinnerten. Anschließend las ich meiner Frau etwas über die Globen vor, voller Freude und zugleich auch sehr bedacht. Es wird nämlich sowohl für sie als auch für mich angenehm sein, wenn sie von diesen Dingen etwas versteht. Am Abend ins Amt, dort noch lange geblieben und im Rushworth gelesen, worin die Ursachen der Streitigkeiten, die sich seinerzeit in diesem Königreich ereignet haben, ganz hervorragend dargestellt werden. Schließlich zum Abendessen wieder zurück und gut gelaunt zu Bett.

Für Donnerstag, den 24.12.1663 notierte Pepys in seinem Tagebuch:

Früh aufgestanden. Obgleich es am Morgen überaus neblig war, in einer Gig nach Erith. Dabei mehrmals die Orientierung verloren. Ich inspizierte dort zwei Schiffe des Königs, welche er an die Guinea-Kompanie verliehen hatte und auf denen zu ungleich niedrigeren Kosten bessere Leute arbeiten, als auf unseren Schiffen. Dann bei zwei Schiffen des Königs an Bord gegangen. Eines davon war die „Leopard“, kommandiert von Beech, den ich als fähigen und besonnenen Mann kennenlernte. Er empfing mich sehr höflich und auch seine Frau war da, eine ausgesprochen vornehme und gebildete Dame. Sie stammt aus Antwerpen, spricht aber ebenso gut Englisch wie ich und ist eine kluge Frau. Sir G. Carterets Sohn war ebenfalls anwesend, ein eleganter aber höchst redseliger Mensch. Allerdings auch sehr witzig. Danach wieder zurück, wobei ich mir während des Wegs die Zeit sehr vergnügt mit meinem Rechenstab vertrieb. In Woolwich vorgesprochen, wo Mr. Chr. Pett die Gelegenheit nutzte, mich allein zu sprechen und seine eigene Meinung zu einigen Angelegenheit darlegte, bei denen er glaubte, sich meinen Unmut zugezogen zu haben. Er sprach auch das Wohlwollen an, dass ich seinem Gehilfen gegenüber an den Tag lege. Ich entgegnete ihm, was ich für geboten hielt, und als ich ihn verließ, war er damit auch durchaus zufrieden. Er erbot sich, mir jede Unterstützung zuteil werden zu lassen, die ich mir nur wünschte, egal ob es dabei um Pläne oder Modelle geht. Dann geradewegs wieder zurück, es war nämlich sehr kalt. Gleichwohl ging mir immer noch gut, Gott sei Dank. Daheim war meine Frau gerade damit beschäftigt, Hackfleischpasteten zu backen. Einige Zeit später kam uns Captain Ferrer besuchen und er erzählte unter anderem davon, wie hervorragend die neue Inszenierung von „Heinrich der Achte.“ ist. Das bewirkte, dass mir die noch vor mir liegende Zeit der Enthaltsamkeit lange erschien. Ich hoffe jedoch, dass ich mir selbst so stramme Zügel anlegen werde, dass sie mich hindern, mich selbst zu vergessen, ganz so, wie es mir bereits in den vergangenen Monaten gelungen ist, als ich gezwungen war, mir den Besuch von Theaterstücken gänzlich zu versagen. Nachdem er fort war, ging ich ins Amt. Dort noch lange geschrieben und gelesen. Schließlich heim und zu Bett.

Für Mittwoch, den 23.12.1663 notierte Pepys in seinem Tagebuch:

Zeitig aufgestanden, ebenso wie auch meine Frau. In Kleidern, die dem traurigen Anlass Rechnung trugen, soweit uns das ohne zusätzlichen Kostenaufwand auf die Schnelle möglich gewesen war, fuhren wir in Sir W. Penns Kutsche zum Haus von Mrs. Turner am Salisbury Court, wo Mylords Kutsche und sechs Pferde auf mich warteten. Wir blieben fast bis 11 Uhr dort und es stellten sich zahlreiche weitere Besucher ein. Nachdem man den Leichnam in den Wagen gebracht und die Wappenschilder daraufgelegt hatte, stiegen wir alle in die Kutschen. Ich und meine Frau sowie Revisor Beale nahmen die Kutsche von Mylord Sandwich und fuhren anschließend neben Mrs. Turners Trauerkutche her. So ging es weiter durch die ganze Stadt und durch Shoreditch. Es waren wohl zwanzig Kutschen, vier oder fünf von diesen waren sechs- oder vierspännig. Dort angekommen, fuhr ich zu den Hinterbliebenen. Nachdem ich meine besten Wünsche für den vor ihnen liegenden Weg zum Ausdruck gebracht hatte, verabschiedete ich mich und kehrte wieder zurück. Meine Frau setzte ich in eine Droschke, die von der Bishopsgate Street abfuhr und schickte sie nach Hause, Ich selbst begab mich zur Börse und Revisor Beale wandte sich wieder seinen Geschäften zu. An der Börse danach viel erledigt. Hinterher zum Mittagessen nach Hause und schließlich ins Amt. Ich blieb lange und ging auch dort meinen Geschäften nach. Es freute mich, dass Gott bei meiner Arbeit seine Hand über mich hält und mir hilft, auf ehrlichem Wege zu ein wenig Geld zu kommen, das ich hoffentlich zurücklegen und gleichwohl auskömmlich leben kann. Schließlich zu Abend gegessen und zu Bett. Meine Frau wurde immer wieder von merkwürdigen Zahnschmerzen befallen, einmal auf der einen und dann wieder auf der anderen Seite ihres Munds, was ungewöhnlich war.

Für Dienstag, den 22.12.1663 notierte Pepys in seinem Tagebuch:

Aufgestanden, worauf mich meine Cousine Angier aufsuchte, um mit mir über ihren Sohn zu sprechen. Lieber Himmel, ungeachtet dessen, dass mir diese Leute viel bedeuten und das auch mit gutem Grund, wie kalt ich mich doch ihr gegenüber im Gespräch zeigte. Ich hatte nämlich Furcht, ihr durch mein Verhalten allzu viel Zuversicht einzuflößen, außer der Hilfe für ihren Sohn auch noch Geld oder irgendetwas anderes von mir zu bekommen. Schließlich ließ ich sie ziehen, ohne zuvor mit ihr etwas getrunken zu haben, obgleich es mir widerstrebte. Ich musste mich nämlich beeilen, ins Amt zu kommen. Dort saßen wir danach den ganzen Vormittag beisammen. Am Mittag begab ich mich zu Sir R. Ford, bei dem sich Sir R. Brown aufhielt (ein schwerfälliger, wohl aber aber durchaus aufbrausender Mann, sobald er zur Tat schreitet). Wir beide trafen uns, um einen Preis für eine Schiffsfracht festzusetzen die von einer Barkasse nach Frankreich zur Herzogin von Orleans geschafft worden war. Während unserer Unterhaltung, zeigten sie sich sehr ungehalten darüber, dass Sir J. Cutler das Amt des für die Arbeiten an St. Paul's zuständigen Kämmerers mit der Auflage erhalten hatte, zu diesen 1.500 Pfund beizusteuern. Anscheinend hatte er das Geld gerade deswegen gegeben, um bei diesem Vorhaben der Kämmerer sein zu dürfen. Ihnen zufolge, wird dafür jedoch dreimal so viel Geld benötigt werden und sie äußerten sich, als würde seine Wahl für dieses Amt die Leute davon abhalten, etwas dazu beizutragen. Meines Erachtens ist er jedoch ganz genauso geeignet wie jeder von diesen beiden es wäre, vielleicht sogar geeigneter. Nachdem die Angelegenheit erledigt war, verabschiedeten wir uns voneinander. Sir R. Ford hatte mit keiner Silbe erwähnt, dass er mich zum Essen einladen wollte, und ich bedauerte das auch keineswegs. Zurückgekehrt, zu Mittag gegessen und einen Brief von W. Howe erhalten, aus dem hervorging, dass Mylord Weisung erteilt hatte, dass ich morgen seine Kutsche sowie sechs Pferde bekommen soll. Es freut mich ungemein, dass Mylord sich so großzügig zeigt, weil es mich hoffen lässt, dass sein Zorn bereits ein wenig verraucht ist. Nach dem Essen gemeinsam mit meiner Frau nach Westminster, um sie bei Mrs. Hunt abzusetzen. Während sie dort war, ging ich selbst ging meinen Geschäften nach. Unterwegs hatten wir durch einen glücklichen Zufall Captain Ferrer getroffen, sodass ich mit ihm wegen der Kutsche sprechen konnte, die ich bekommen soll. Er war gerade sehr in Eile, weil er dorthin wollte, wohin, soweit ich es erfuhr, sich auch der König, der Herzog und der gesamte Hof begaben, nämlich zum herzoglichen Theater, um eine Aufführung von „Heinrich der Achte“ zu sehen. Angeblich ist das ein ganz ausgezeichnetes Stück. Gütiger Himmel, wie kurz ich doch davor stand, meinem Eid zuwiderzuhandeln, und auf diese Weise in Gefahr war, einen Verlust von 20 Shilling zu erleiden. So sehr brannte ich darauf, dort hinzugehen. Das tat ich am Ende dann aber nicht. Nachdem ich mit W. Howe gesprochen und erfahren hatte, dass Mylord all das gerne für mich getan hatte, ganz wie ich es mir gewünscht hatte, begab ich mich zur Westminster Hall, traf dort Hawley und spazierte anschließend lange mit ihm umher. Unter anderem ermutigte ich ihn, nicht von seiner Zuneigung zu Mrs. Lane abzulassen. Damit verfolgte ich allerdings Absichten, die weiß Gott nicht lauter waren. Nachdem ich meine Frau abgeholt hatte, in einer Kutsche wieder zurück und unterwegs an verschiedenen Orten vorbeigeschaut. Danach ins Amt, wo ich noch lange blieb. Schließlich zum Abendessen nach Hause und zu Bett. Heute wurde mir versichert, dass Lady Castlemaine sich den Papisten zugesellt hat, was der Königin jedoch nicht sonderlich gefällt, weil sie doch weiß, dass es nicht aus Überzeugung geschah. Ich habe heute gehört, dass sich unlängst ein schlimmer Streit ereignet hat, bei dem der Kutscher von Sir H. Finch mit der Peitsche auf einen Kutscher des Königs einschlug, was schließlich dazu führte, dass der Mann eines seiner Augen verlor. Anscheinend lachten die Leute an der Börse darüber und machten sich mit Spottworten lustig, bis vom König endlich der Lordkämmerer geschickt wurde, um die Börse zu schließen. Mithilfe eines Richters tat dieser das dann auch tat. Nachdem man eine entsprechende Bitte an den König gerichtet hatte, wurde sie schließlich wieder geöffnet.

Für Montag, den 21.12.1663 notierte Pepys in seinem Tagebuch:

Früh aufgestanden. Als ich ausging, wollte meine Frau mich begleiten. Das jedoch wollte wiederum ich nicht, weil es mich gestört hätte. Deshalb ließ ich sie, wenn auch ungern, ihren Vater und ihre Mutter allein besuchen gehen. Ich selbst begab mich geradewegs zu Mylord Sandwich, von dem ich freundlich begrüßt wurde, und ging dann weiter zum Herzog, wo sich einige Zeit später meine Kollegen aus dem Kreis der obersten Beamten einstellten. Wir begaben uns mit ihm anschließend in sein Kabinett und widmeten uns dort unserer Aufgabe. Hinterher gingen wir wieder auseinander und ich fuhr mit Sir W. Batten zum Salisbury Court, wo wir mit Clerke, unserem Anwalt, über die Angelegenheit Field sprachen. Schließlich verabschiedeten wir uns voneinander und ich ging zu Mrs. Turner. Dort war das Trauerschild fachgerecht angebracht, es war ordentlich gefertigt worden. Dann zu Fuß zum Charing Cross, ins Gasthaus, dort zu Mittag gegessen und die Herren Gauden und Creed getroffen. Wir sprachen über alles Mögliche, es ging dabei aber um nichts Besonderes. Nach dem Essen gewann ich gegen Mr. Gauden eine Wette, bei der ein Paar Handschuhe im Wert von einer Krone der Preis war. In ihr ging es um einige Formulierungen in seinem Lebensmittelvertrag. Anschließend verabschiedeten wir uns auf der Straße voneinander und dann begab ich mich zu Mylord. Weil der jedoch nicht da war, nahm ich eine Kutsche und ging, einigen Schildern an den Wänden folgend, zur Shoe Lane, um dort einen Hahnenkampf zu sehen, der auf einem neuen Kampfplatz veranstaltet wurde. Dies war eine Vergnügung, bei der ich bis dahin noch nie gewesen war. Meine Güte, welch eine Vielfalt von Leuten es dort gab, vom Parlamentsabgeordneten (namens Weld, der in Robinsons Zeit als Oberbürgermeister den Posten des Vizekommandant des Towers innehatte) bis hin zu den ärmsten Lehrlingen, Bäckern, Brauern, Metzgern, Fuhrkutschern und was weiß ich noch alles. Alle diese Leute schimpften, fluchten und wetteten gegeneinander. Kurz darauf hatte ich bereits genug davon, wollte aber zumindest einmal dabei gewesen sein. Es war nämlich interessant zu beobachten, was es mit diesen armseligen Kreaturen auf sich hat, die kämpfen, bis sie auf dem Tisch endlich tot umfallen und selbst dann noch angreifen, wenn ihre Kräfte sie bereits verlassen haben. Sie sind nicht dazu bereit, das Feld zu räumen, selbst wenn sie so erschöpft oder verletzt sind, dass sie nicht mehr weiterkämpfen können. Erweist einer sich als ganz ordinäres Federvieh, das von der Bühne rennt, sobald es den ersten schmerzhaften Hieb einstecken musste, so dreht man ihm ohne lange zu zögern den Hals um. Den anders Gearteten dagegen verschont man, selbst wenn ihm die Augen ausgehackt wurden, um ihn hinterher zumindest für die Zucht wahrer Kampfhähne zu gebrauchen. Bisweilen kommt es zwar vor, dass ein Hahn, nachdem mit zehn zu eins gegen ihn gewettet wurde, seinen Gegner durch Zufall so unglücklich trifft, dass dieser auf der Stelle tot ist und keinen Mucks mehr tut. In der Regel wird ein Wettkampf jedoch dann und erst dann beendet, wenn für einen Hahn, der weder ausgerissen noch unterlegen ist, eine Wette mit zehn zu eins angeboten und von niemandem dagegengehalten wird. Noch etwas fällt auf, nämlich dass Leute, die so arm sind, dass sie den Anschein erwecken, sich zum Essen kein Brot leisten zu können können, bei einer Wette 3 oder 4 Pfund auf einmal setzen, diese verlieren und bei der nächsten Schlacht, wie sie den Kampf zweier Hähne nennen, dann gleich wieder ganz genauso viel wagen, sodass manche von ihnen bei einer Veranstaltung bisweilen 10 bis 20 Pfund einbüßen. Nachdem ich genug hatte, fuhr ich in einer Kutsche zu Mylord Sandwich. Bei meiner Ankunft war er da und in seiner Gesellschaft befanden sich Captain Cooke und dessen Sängerknaben sowie Dr. Child, Mr. Madge und Mr. Mallard. Sie probierten gerade Mylords Hymnus, den er für die königliche Kapelle komponiert hatte, indem sie diesen spielten und dazu sangen. Mylord begrüßte mich freundlich und führte mich ins Hinterzimmer, damit ich von dort aus mit entsprechendem Abstand zuhören konnte. Der Hymnus klingt sehr schön und war von ihm auch geschickt gestaltet worden, wie ich fand. Alle lobten das Stück. Nachdem man damit zu Ende gekommen war, sangen Captain Cooke und seine Sängerknaben einige italienische Stücke, die, kurz gesagt, wohl die schönste Musik waren, die ich in meinem ganzen Leben je gehört habe. Es war für mich ein ausgesprochenes Vergnügen, ihnen dabei zuzuhören. Als die Musik ganz vorbei war und Mylord nach Whitehall aufbrach, begleitete ich ihn und brachte ihm gegenüber den Wunsch zum Ausdruck, am kommenden Mittwoch seine Kutsche benutzen zu dürfen, um darin hinter dem Wagen mit dem Leichnam meines Cousins Edward Pepys durch die Stadt zu fahren. Dazu erteilte er mir augenblicklich sein Einverständnis, auch wenn er nicht so vertraut mit mir sprach, wie er das sonst immer getan hatte. Das konnte ich allerdings auch nicht erwarten. Mir war es jedoch nur allzu Recht, auf diese Weise herausfinden zu können, ob er mir meinen Wunsch abschlagen würde oder nicht. Wäre er mir wirklich feindlich gesinnt, so hätte er dies wohl sicherlich getan. Insgesamt war ich mit alledem durchaus zufrieden, selbst wenn ich merkte, dass Mylord sich noch nicht ganz wieder beruhigt hatte. In Whitehall verabschiedete ich mich schließlich von ihm. Hinterher kehrte ich in Mylords Unterkunft zurück, ließ W. Howe in eine Kutsche einsteigen und nahm ihn mit bis zum Half Moon, wo ich ihn dann absetzte. Unterwegs unterhielten wir uns über Mylord, der zu einem anderen und besseren Menschen geworden ist, als er es bis vor Kurzem noch war, wofür Gott gelobt sei. Es sagte, ich würde feststellen, dass Mylord mir bald wieder ganz so begegnen wird wie früher. Ich bin zuversichtlich, dass das auch so kommen wird. Ihm gegenüber, damit meine ich W. Howe, werde ich allerdings Vorsicht walten lassen, wenn es darum geht, ob ich ihm trauen kann. Ich merke nämlich, dass er nicht so verschwiegen ist, wie ich gedacht hatte. Er hat nämlich (was ich von Mr. Moore erfahren habe) Captain Ferrer über meinem Brief an Mylord berichtet. Das beunruhigt mich, denn ich mache mir Sorgen, dass Mylord glauben könnte, ich hätte diesem davon erzählt. Dann fuhr ich mit meiner Droschke bei der Unterkunft meines Schwagers vorbei. Meine Frau hatte sich allerdings soeben in einer Kutsche auf den Rückweg gemacht, weshalb ich möglichst schnell fahren ließ und sie schließlich beim Temple Bar überholte. Dort bezahlte ich dann meine eigene Kutsche und fuhr anschließend in der ihren wieder mit zurück. Sie erzählte, dass bei den Ihren gedrückte Stimmung herrsche. Die Frau ihres Bruders habe sich als überaus launisch erwiesen, weshalb ihre Mutter wieder zu ihrem Mann zurückgekehrt sei und das junge Paar sich selbst überlassen habe. Auf die beiden kommen große Schwierigkeiten zu und, wie ich fürchte, wohl auch bittere Armut. Ich hoffe, dass ich davor verschont bleibe, mich mit ihnen herumzuärgern zu müssen. Wieder zurück, um mir meinen Umhang überzuwerfen. Dann ins Amt und den heutigen Tag in mein Tagebuch eingetragen. Einige Zeit später kam Mrs. Owen, die Tochter von Captain Allen. Deshalb blieb ich, solange die Schreibens abgeschrieben wurden, die den Posten ihres Gatten betreffen, den dieser seinem Vater abgekauft hatte. Sie wird nämlich an kommenden Vormittag nach Chatham zurückkehren, sobald die Flut gekommen ist. Das war mir zwar lästig, es ließ sich jedoch nicht ändern. Hinterher ging ich nach Hause, um zu Abend zu essen, während der junge Mann, den sie mitgebracht hatte, noch die Papiere abschrieb. Schließlich kehrte ich wieder ins Amt zurück und veranlasste für sie das Weitere. Am Ende heim und zu Bett.

Für Sonntag, den 20.12.1663 notierte Pepys in seinem Tagebuch:

Aufgestanden und allein zur Kirche. Dort hielt Mr. Milles eine belanglose Predigt. Anschließend wieder zurück und danach in unserem Salon zu Mittag gegessen. Meine Frau war nämlich wieder wohlauf. Es war seit Langem das erste Mal, dass wir gemeinsam dort speisten. Am Nachmittag begleitete sie mich zur Kirche und nahm dort anschließend wieder ihren Platz oberhalb von Mrs. Penn ein. Sie hatte ihn dieser zuvor aus einer Laune heraus überlassen, um dadurch Lady Batten einen Stich zu versetzen. Nachdem der Schotte eine langweilige Predigt gehalten hatte, wieder zurück nach Hause. Dort meinen Bruder Tom sowie Cousin und Cousine Scott vorgefunden, die alle beide gekommen waren. Es war das erste Mal überhaupt, dass sie hier waren. Einige Zeit später stellten sich mein Onkel Wight und Mr. Norbury ein, die danach einige Zeit mit uns beisammen saßen und Wein tranken, wovon ich ihnen eine Menge ausgab. Anschließend wollte die beiden nicht auch noch zum Abendessen bleiben, die zwei anderen jedoch schon. Wir waren so fröhlich, wie es mir in Gesellschaft von Leuten überhaupt möglich ist, die ich einerseits zwar schätze, mit denen zu unterhalten mir andererseits jedoch schwerfällt und auch nicht sonderlich am Herzen liegt. Wir führten sie vom Keller bis zum Dach durch unser Haus und verzehrten zum Abendessen einen schmackhaften gebratenen Truthan, zusammen mit einer Unmenge Wein. Nach dem Essen ließ ich sie schließlich zu Fuß nach Hause gehen. Anschließend die Gebete und zu Bett.

Für Samstag, den 19.12.1663 notierte Pepys in seinem Tagebuch:

Aufgestanden und ins Amt, wo wir danach den ganzen Vormittag beisammen saßen. Ich setzte mich sehr für das Geschäft ein, das Dering gerne mit seinen Planken machen möchte, mehr als ich es tun würde, wenn ich mir keinen Vorteil davon verspräche. Allerdings bin ich aufrichtig davon überzeugt, damit lediglich zum Vorteil des Königs gehandelt zu haben. Dennoch tut die Aussicht auf Profit weiß Gott ihre Wirkung und veranlasst einen, eine Sache umso eifriger zu verfolgen. Daheim zu Mittag gegessen. Danach mit Mr. Bland, seiner Schlichtungsangelegenheit wegen, zu einem weiteren Treffen. Nachdem ich gesehen hatte, dass wir dabei wohl nicht weiterkommen würden, schlug ich ihnen am Ende sogar vor, sich selbst darum zu kümmern. Sie bestimmten dann Sir W. Rider dazu, die Angelegenheit ganz für sich allein zu entscheiden. Das bedeutet, dass ich die Sache los bin. Von dort in einer Kutsche zu meinem Schuster, diesem alles bezahlt und dem Gehilfen eine Kleinigkeit in sein Schächtelchen gesteckt, weil Weihnachten vor der Tür steht. Danach zu Mrs. Turner, die gerade mit Sir W. Turner darüber sprach, dass der Leichnam nach Norfolk begleitet werden soll. Als ich mich mit ihm unterhielt, schien er mir ein kluger, besonnener Mann zu sein. Dann ins Amt und dort noch lange geblieben. Anschließend zum Abendessen nach Hause und zu Bett. In Gedanken ganz bei der Arbeit, aber recht guter Dinge.

Für Freitag, den 18.12.1663 notierte Pepys in seinem Tagebuch:

Aufgestanden. Nachdem ich mich bereit gemacht und mit einigen Leuten wegen verschiedener Angelegenheiten gesprochen hatte, fuhr ich (zuvor hatte ich am Ufer ein Gläschen getrunken) in einer Gig über das Wasser (es war das erste Mal, dass ich in einer unterwegs war). Hinunter nach Woolwich und dann beim Ham Creek vorbeigeschaut. Dort traf ich Mr. Deane und unterhielt mich mit ihm ausführlich über Geschäftliches. Hinterher zur Seilerei sowie zur Werft und dort verschiedene Dinge besprochen. Schließlich wieder zurück und dann in Deptford das Gleiche getan. Mir wurde deutlich, dass es absolut unerlässlich für mich ist, dies mindestens einmal pro Woche zu tun und zwar das ganze Jahr hindurch. Das wird mir große Vorteile verschaffen. Am Ende eine angenehme und vergnügliche Rückfahrt hinter mich gebracht, was vor allem an der unterhaltsamen Lektüre eines gestern von mir erstandenen Buches lag. In ihm werden die Verhältnisse in Rom unter dem derzeitigen Papst Alexander VII. behandelt, ein ganz ausgezeichnetes Werk. Nachdem ich daheim etwas gegessen hatte, ins Amt, wo ich mich danach bis zum Abend um geschäftliche Dinge kümmerte, die noch erledigt werden mussten. Unter anderem suchte mich Mr. Primate, der Lederhändler aus der Fleet Street auf, der gerade in der Gegend gewesen war, wie er es ausdrückte. Er erzählte, dass er gerade an einem Vorschlag arbeite, den er dem König unterbreiten will und durch den auf der Grundlage eines bereits bestehenden Gesetzes, ohne jemanden zu benachteiligen oder die Allgemeinheit noch mehr zu belasten, als dies derzeit ohnehin schon der Fall ist, mehr als 200.000 Pfund pro Jahr oder weiß Gott wie viel zusätzlich eingenommen werden könnten. Dem König sage der Vorschlag zu und dieser habe angeordnet, dass der Herzog von Monmouth eingeweiht werden möge und sich dann gemeinsam mit ihm und seinen Mitstreitern der Angelegenheit annehmen solle. Der Himmel weiß, worum es dabei gehen mag. Es wäre mir nie in den Sinn gekommen anzunehmen oder in Betracht zu ziehen, dass er sich mit so etwas beschäftigen könnte. Am Abend beendete ich die Lektüre, die ich am Vormittag begonnen hatte. Anschließend zum Abendessen nach Hause und zu Bett.

Für Donnerstag, den 17.12.1663 notierte Pepys in seinem Tagebuch:

Aufgestanden und ins Amt, wo wir danach den ganzen Vormittag beisammen saßen. Am Mittag zurück zu meiner armen Frau und mit ihr zu Mittag gegessen. Danach in einer Kutsche zu Mrs. Turner, bei der ich schon lange nicht mehr gewesen war. Sie und ihre Schwester Dyke waren wegen des Todes ihres Bruders sehr niedergeschlagen. Nachdem ich ihnen kurz mein Beileid mit den üblichen Worten bekundet hatte, sagte Mrs. Taylor, sie wolle mich gerne bitten, freundlicherweise dafür zu sorgen, dass das Trauerschild mit dem Wappen des Verstorbenen angefertigt wird, um es über dem Eingang anzubringen (die Schilder für die Schlösser waren bereits fertig). Deshalb ging ich zum Laden von Mr. Smith, wo ich von meinem Bruder erfuhr, dass die Trauerschilder schon hergestellt worden waren. Weil Mr. Smith selbst nicht da war, ging ich zum Temple und vertrieb mir dort im Laden eines Buchhändlers die Zeit, indem ich in einem Buch las, worin es um Entsendungen nach Moskau ging, was sehr interessant war. Schließlich wieder zurück zu Mrs. Turne. Smith suchte mich dort auf und ich vereinbarte mit ihm, dass er ein schönes Schild für 4 Pfund anfertigen soll, dessen Seiten innerhalb des Rahmens jeweils eine Elle lang sind. Nachdem er fortgegangen war, saß ich noch eine Stunde lang dort und unterhielt mich mit ihnen darüber, wie unerwartet, innerhalb von nur 7 Tagen, sein Sterben gekommen war und wie ihn der Tod nach und nach ereilt hatte. Dabei hatten weder er noch die anderen gedacht, dass es tatsächlich so weit kommen könnte. Er starb, nachdem er einen Tag lang deliriert hatte. Sein Verstand war ganz verwirrt, weil er nicht mehr hatte schlafen können. Seiner Frau war es gar nicht bekannt geworden, dass er erkrankt war. Die beiden haben auch noch nicht erfahren, wie sie es aufgenommen hat.

Anschließend in einer Kutsche wieder zurück, wobei ich im Kirchhof von St. Pauls einige Bücher mitnahm. Dann ins Amt, wo ich noch lange arbeitete. Schließlich zum Abendessen nach Hause und zu Bett.

Für Mittwoch, den 16.12.1663 notierte Pepys in seinem Tagebuch:

Aufgestanden, mit Herz und Verstand noch ganz und gar bei meinen Angelegenheiten. Ich ging ins Amt und anschließend verbrachte ich dort den ganzen Vormittag. Zu meiner großen Freude stellte sich unter anderem Captain Taylor ein und brachte mir 40 Pfund, die aus seiner Frachtrechnung stammen. Von diesen werde ich den größten Teil für mich selbst behalten können, nachdem ich mit der Angelegenheit so viel Arbeit und Mühe gehabt habe, wie ich es in meinem Notizbuch auch ausführlich festgehalten habe. Am Mittag zur Börse. Dort traf ich, ganz wie ich es bezweckt hatte, Mr. Wood und brachte ihn dazu, mir eine Sache zu bestätigen, die ich gegen Sir W. Batten gut zu gebrauchen wissen werde. Siehe hierzu die Einträge in meinem Notizbuch, die den Vertrag wegen Sir W. Warrens Masten betreffen, mit dem ich so viel Ärger gehabt habe. Danach zum Essen nach Hause. Wegen unseres Schlichtungsversuchs in Mr . Blands Angelegenheit hinterher ins Star, ganz in der Nähe. Ich war lange mit der Sache beschäftigt, stellte jedoch fest, dass unsere Untersuchung wohl kaum geordnet durchzuführen sein wird. Außerdem merkte ich, dass Mr. Clerke, der andere Schlichter (obgleich durchaus ein fähiger Kaufmann), keineswegs der Richtige ist, wenn es darum geht, auf beiden Seiten sorgfältig nachzuforschen und abzuwägen. Schließlich schieden wir unverrichteter Dinge voneinander. Ich glaube auch nicht, dass es uns in der Angelegenheit überhaupt möglich sein wird, etwas auszurichten. Dann wieder zurück und bis Mitternacht meine Abrechnungen erstellt. Dabei berücksichtigte ich insbesondere die heute von Captain Taylor erhaltene Zahlung sowie den kleineren Betrag, der mir erstattet worden war nachdem ich ihn zuvor in der Angelegenheit Field aufgewandt hatte. Schließlich recht guter Dinge nach Hause, zum Abendessen und zu Bett.

Für Dienstag, den 15.12.1663 notierte Pepys in seinem Tagebuch:

Noch ehe ich aufstand, kam der Bedienstete meines Bruders, um mir mitzuteilen, dass mein Cousin Edward Pepys gestorben war. Er war bei Mrs. Turner verschieden. Meine Frau und ich sind darüber sehr betrübt, umso mehr, als seine Gattin die einzige hübsche Frau ist, die unseren Namen trägt. Dann aufgestanden und ins Amt. Dort ging es vor allem darum, dass Sir J. Mennes und Sir W. Batten sich wegen Sir W. Warrens Mastenvertrag gegen mich wandten. Ich muss in meinem Notizbuch nachsehen, um dort nachzulesen, was genau sich dabei ereignet hat. Am Ende hatte ich mich aber gut zu schlagen gewusst und Lord Berkely und Mr. Coventry waren durchaus überzeugt davon, dass der Vertrag für uns von Vorteil ist. Dann zum Essen nach Hause. Die Herren Mount und Llewellyn stellten sich ein, meiner Meinung nach waren sie halb betrunken. Anschließend speisten sie mit mir. Ich war dabei so fröhlich, wie es die Umstände erlaubten, weil ich mir währenddessen Gedanken darüber machte, welche Sitten doch im Kreis der obersten Beamten herrschen, auch wenn ich selbst nicht darunter zu leiden habe. Danach kam ein Kurier vom städtischen Gefängnis und brachte mir eine Verfügung, der zufolge ich aufgrund der unlängst ergangenen Entscheidung an Field 30 Pfund x Shilling zu zahlen hatte, Der Mann hieß Thomas und war vom Poultry-Gefängnis. Ich schickte Griffith mit ihm zusammen zum Dolphin, wo Sir W. Batten gerade zu Mittag aß. Nachdem dieser davon in Kenntnis gesetzt war, dass ich den Betrag zahlen musste, veranlasste ich, dass Thomas das Geld bekam und Griffth es ihm im Amt vorzählte. Er bot an, mich zu Sir R. Ford zu begleiten. Das hielt ich jedoch nicht für erforderlich und ließ ihn damit seiner Wege ziehen. Außerdem wies er mich auch noch darauf hin, dass ich keine Quittung dafür erhalten würde. Ich habe jedoch ausreichend viele Zeugen dafür, dass die Zahlung erfolgt ist. Schließlich waren sie alle wieder fort. Llewellyn hatte mir zuvor erneut mitgeteilt, dass Deering bereit ist, mir 50 Pfund zu geben, wenn es mir gelingt, den Verkauf seiner Planken an den König zu vermitteln. Hierum hatte ich Deering nicht gebeten und Llewellyn auch nicht aufgefordert, es für mich bei ihm herauszuschlagen. Vielmehr hatte ich stillschweigend zu verstehen gegeben, dass ich bereit bin, ihn bei der Sache nach Kräften zu unterstützen, und es ihm freistelle, in welcher Weise er sich anschließend dafür erkenntlich zeigt. Anschließend in eine Kutsche nach Whitehall. Unterwegs überholte ich Mr. Moore und ließ ihn bei mir einsteigen. Er war außerstande, mir etwas darüber zu erzählen, wie Mylord über mich denkt oder was er von mir hält. Er ging allerdings davon aus, dass dieser mir am Ende zweifellos wieder gewogen sein wird, selbst wenn er derzeit möglicherweise wütend auf mich ist. Außerdem erzählte er, dass Mylord sich wieder gut um seine Geschäfte kümmert und am Hof blicken lässt. Schließlich nach Whitehall, wo ich erfuhr, dass einige Mitglieder der Kommission für Tanger sich versammelt hatten, darunter auch Mylord Sandwich. Ich verbeugte mich vor ihm. Er ließ es sich jedoch kaum, vielleicht auch gar nicht anmerken, dass er mich bemerkt hatte. Das besorgt mich ganz ungeheuer. Nachdem ich in Whitehall schnell fertig geworden war, ließ ich Mr. Moore wieder einsteigen und setzte ihn schließlich bei St. Paul's ab. Unterwegs schlug er mir ein Geschäft vor, durch das sich schnelle Profite mit Mieten für Häuser der Gewandkammer erzielen lassen. Ich verstand jedoch nicht, worum es dabei geht und werde ein andermal mit ihm darüber sprechen. Schließlich kehrte ich wieder zurück und suchte unterwegs auf Wunsch von Mr. Carteret Mr. Fenn auf. Diesem zeigte ich Captain Taylors Rechnung und erhoffe mir dadurch einige auf ehrlichem Wege erzielte Einnahmen. Danach zurück und ins Amt. Dort unterhielt ich mich noch lange eingehend mit Sir W. Warren und erzählte ihm dabei, was sich heute ereignet hatte. Am Ende sprachen wir miteinander dann sehr offen über die Angelegenheiten des Amts (ich habe ihm gegenüber meine Meinung möglicherweise auch etwas zu freimütig geäußert, das ist meine Schwäche). Er gab mir überaus kluge Ratschläge, was ihn als klugen und fähigen Mann auszeichnet, der um ein Vielfaches mehr versteht, als ich es je von ihm gedacht hatte. Insbesondere äußerte er sich zu allen Beamten und Kommandanten. Er machte mir deutlich, dass es für mich gute Gründe gibt, jedem Einzelnen von ihnen zu misstrauen, sei es wegen ihrer Verschlagenheit oder ihrer allzu umfangreichen Befugnisse, die sie sich viel zu sehr in den Kopf steigen lassen, als dass man eine echte Freundschaft mit ihnen pflegen könnte. Außerdem verriet er mir ein gebräuchliches aber überaus treffendes Sprichwort für alle Lebenslagen. Er trug es als Gedicht vor und in seinem Kern besagte es, dass man dann, wenn man sich einem Freund gegenüber äußert und sich ihm öffnet, man ihn stets wie einen behandeln sollte, der später einmal zu einem Feind werden könnte. Er riet mir überdies zuzusehen, dass es der Öffentlichkeit sehr wohl bekannt wird, wie viel Sorgfalt und Mühe ich auf meine Geschäften verwende. Vor allem soll ich es mir zum Anliegen machen, mir für meine Aufgaben gründliche Kenntnisse anzueignen. Überdies soll ich mich auch um möglichst gute Verbindungen zum Hof bemühen. Das werde ich hoffentlich auch beherzigen. Ich unterhielt mich mit ihm fast bis Mitternacht, dann hieß es voneinander Abschied zu nehmen. Es tat mir leid, ihn ziehen lassen zu müssen, umso mehr, als er heute abend noch bis nach Wapping laufen musste. Dann mein Tagebuch nachgetragen und schließlich zurück nach Hause. Zu Abend gegessen und zu Bett.

Für Montag, den 14.12.1663 notierte Pepys in seinem Tagebuch:

Auch wenn ich dies für gewöhnlich nicht tue, bei Kerzenlicht aufgestanden. Dabei war es schon sehr spät, das heißt beinahe 8 Uhr. Dann in einer Kutsche nach Whitehall. Wir versammelten uns und gingen danach allesamt zum Herzog. Dort wurde ich Zeuge eines langen Gesprächs, das einer führte, der als Gesandter des Königs nach Livorno und in die umliegende Gegend reisen wird. Er soll den Schwierigkeiten ein Ende zu setzen, die dessen Schiffen dadurch bereitet werden, dass man ihnen die Verkehrserlaubnis verweigert. Dieses Gebaren ist heutzutage lediglich eine Finte. Für einen Piaster kann man sich nämlich einen Gesundheitspass kaufen. Genauso kann mein jeweiliger Gegenspieler sich für 10 Piaster oder etwas in dieser Höhe mit dem Leiter der Gesundheitsbehörde darüber verständigen, dass der mir keinen Pass ausstellen soll, und auf diese Weise meine Pläne durchkreuzen, egal um was es dabei geht. Dies will der König nicht hinnehmen und hat beschlossen dafür zu sorgen, dass es unterbleibt. Anderenfalls will er sämtliche Schiffe an der Ein- oder Ausfahrt hindern, solange man seine Schiffe wegen eines fehlenden Passes festhält. Nachdem Lord Sandwich gekommen war, begaben wir uns alle in das Kabinett des Herzogs und widmeten uns dort unserer Aufgabe. Meine Güte, welch ein Aufhebens Sir J. Mennes und Sir W. Batten unter anderem davon machten, dass die alte Galionsfigur der „Charles“ abgenommen und verbrannt worden war. Diese hatte Cromwell auf einem Pferd dargestellt, das sich über mehrere Leute aufbäumte. Außerdem hatte sie Peters als einen gezeigt, der ihn anbetete, wie der Herzog es ausdrückte. Sir J. Mennes wollte aus der Freude, die von den Leuten bei der Sache an den Tag gelegt wurde, und dem Umstand, dass sie einen Galgen gebaut hatten, um Cromwells Kopf daran aufzuhängen, einen Schluss auf deren Gesinnung ziehen. Leider Gottes bedeutet das Ganze aber auch, dass 100 Pfund aus der Schatulle des Königs verschleudert werden, um eine neue Galeonsfigur anzufertigen. Anscheinend wird es sich bei dieser wohl zwangsläufig um einen Neptun handeln. Ich lief hinterher durch Whitehall, einzig und allein um zu sehen, was dort vor sich ging. Als ich jedoch niemanden traf, der mir bekannt war, ging ich durch den Garten zu Mylords Unterkunft. Dort erfuhr ich, dass Mylord schon vor mir eingetroffen war (was ich weder bezweckt noch erwartet hatte). Er mühte sich gerade mit der Komposition eines Musikstücks, das Teil eines dreiteiligen Hymnus werden sollte. Ob dieser für die königliche Kapelle gedacht war oder nicht, weiß ich nicht. Ihm schien jedoch ungeheuer viel daran gelegen zu sein. Es missfiel mir, ihn „Herrgott“ schimpfen und andere Flüche ausstoßen zu hören, wie er es hin und wieder tat, ohne dass es hierfür einen Anlass gegeben hätte. Ich fand, dass es ihm auch keineswegs entsprach. Das Ganze wird für mich hoffentlich ein abschreckendes Beispiel bleiben, weil es so ganz und gar nicht zu ihm passte. Als das Musikstück fertig war, lüftete er seinen Hut, ohne mich eines freundlichen oder auch unfreundlichen Blickes zu würdigen. Dann sagte er Lebewohl und ging hinunter zur Kutsche, ohne ein einziges Wort an mich zu richten. Nachdem er fortgegegangen war, besprachen W. Howe und ich uns noch geraume Zeit miteinander. Er erzählte, dass Mylord tatsächlich für einige Zeit verstimmt gewesen war, nachdem er meinen Brief erhalten hatte, und sich häufig geringschätzig über mich geäußert hatte, wenn er in Mylords Gegenwart meinen Namen erwähnen musste. Jetzt aber sei Mylord wieder guter Dinge und W. Howe ist zudem überzeugt davon, dass er mir wieder ebenso viel Wertschätzung entgegenbringen wird, wie bisher. Er drängte mich, keinesfalls darauf zu verzichten, ihn weiter zu besuchen. Diese Mitteilung bedrückte mich zugegebenermaßen zunächst sehr. Als ich jedoch vernahm, dass Mylord sich besonnen und Chelsea und das Flittchen ganz aufgegeben hat, und wenn ich außerdem bedenke, dass er jetzt einmal mehr einen Geschäften nachgeht und sein Ansehen wieder wächst, so freue ich mich, auch wenn ich nun für einige Zeit weniger hoch in seiner Gunst stehen werde. Sofern nicht schon seine Gutherzigkeit und Klugheit das Ganze aufwiegen, so glaube ich doch, dass die Sache nicht auf ewig in seinem Gedächtnis haften bleiben wird. Ich tröste mich damit, dass die Angelegenheit, die mir seinen Zorn eingetragen hat, ein Teil so vieler Jahre treuer Dienste ist. Hinterher ins King's Head, wo sich während meines Mahls viele vornehme Herren in meiner Nähe aufhielten. Einige unterhielten sich darüber, dass der König von Frankreich all jenen von königlichem Geblüt Vorrang vor sämtlichen ausländischen Botschaftern eingeräumt hatte. Venedig und andere Staaten nehmen dies anscheinend hin und Gleiches erwartet man jetzt auch von Lord Holles, der sich dort als Botschafter unseres Königs aufhält. Dies oder etwas anderes sei der Grund dafür, warum man ihn in Paris bisher noch nicht empfangen hat. Stattdessen habe er mehrere Angriffe erdulden müssen. Unter anderem seien seine Zügel zerschnitten und sein Reitknecht ermordet worden. Das wird für böses Blut sorgen, falls es tatsächlich zutrifft. Außerdem hieß es, der König von Frankreich habe von den Holländern sechzig Schiffe angeheuert und vierzig von den Schweden. Niemand wusste jedoch zu sagen, was dahintersteckt. Angeblich hat er für das kommende Jahr aber irgendwelche großen Pläne. Hinterher in einer Kutsche zurückgekehrt und ins Amt, wo ich danach den Abend bis zum Einbruch der Dunkelheit mit Captain Taylor zubrachte und die Lagerung von Masten mit ihm erörterte. Nachdem er wieder fort war, verbrachte ich einige Zeit mit Sir W. Warren, der mit mir über die gleiche Sache ein hochinteressantes Gespräch führte, das ich schriftlich festgehalten habe. Hinterher kamen wir auf etwas anderes zu sprechen, nämlich darauf, dass er unlängst in Chatham gewesen war und Kommissar Pett sich verächtlich über mich geäußert hatte, als seine Masten zur Sprache kamen. Es ging darum, dass ich angeblich behauptet hatte, dass ich mich mit diesen ganz hervorragend auskennen würde. Zwar weiß ich, dass es daher rührt, dass ich seinerzeit gesagt hatte, ich könne mich mit jedem messen, der im Dienst des Königs steht, wenn es um die Berechnung von Holzmengen geht. Ganz so schnell werde ich es ihm aber dennoch nicht vergessen, dass er nur ein Wolf im Schafspelz ist, wenn ich an all die schönen Worte denke, die er mir schon geschenkt hat. Gut möglich, dass ich ihn einmal darauf aufmerksam mache, dass mein Unwissen dem König ebenso nützlich ist, wie sein Kenntnisreichtum. Dieser, das ist wohl wahr, konnte durchaus mehr bewirken. Er müsste jedoch klug gebraucht werden. Anschließend kamen wir darauf zu sprechen, dass Sir J. Mennes und und Sir W. Battens Olivers Kopf hatten verbrennen lassen, während Pett sich dort aufhielt. Das Ganze war in derart ehrverletzender und sinnloser Weise geschehen, dass es geradezu unerhört ist. Schließlich hatte man zu dieser Feierlichkeit sogar die Miliz aus Rochester herbeigerufen. Als endlich alles vorüber war, behauptete Kommissar Pett jedoch, er habe mit der ganzen Sache nicht das Geringste zu tun gehabt. Es stört mich, dass der König es hinnimmt, dass in seiner Schatulle jetzt 100 Pfund fehlen werden, nachdem man vergessen hat, wem der Kopf gehörte und darüber anschließend auch kein einziges Wort mehr verloren wurde. Nachdem er gegangen war - ich war von dem Gespräch mit ihm, das für mich immer sehr lehrreich ist, noch ganz angetan - las ich noch ein wenig im Rushworth. Anschließend zurück nach Hause, um mit meiner Frau zu Abend zu essen. Heute war gewaschen worden. Und dann zu Bett. Ich muss gestehen, das ich etwas besorgt darüber war, Mylord verstimmt zu haben. Weil das aber aus gutem Grund geschah, wird Gott mir sicherlich die Gelassenheit schenken, es zu ertragen.

Für Sonntag, den 13.12.1663 notierte Pepys in seinem Tagebuch:

Aufgestanden und bereit gemacht, um zur Kirche zu gehen. Es kam zu einer Meinungsverschiedenheit zwischen meiner Frau und mir, wegen ihrer Unart, ihren Mädchen etwas anzudichten. Diesmal hatte es Jane getroffen. Ich fand für das, was sie gegen sie sagte, nicht ausreichend viele Anhaltspunkte und wollte ihr deshalb nicht beipflichten. Zur Kirche. Nach der Predigt wieder zurück. Vor dem Essen noch ins Amt und dort meine Gelübde durchgelesen. Schließlich zum Essen nach Hause. Tom kam dazu, worauf wir zu zweit speisten, denn meine Frau verließ den ganzen Tag nicht ihr Bett. Nach dem Essen glich ich mit ihm zusammen unsere Verbindlichkeiten aus, wir verbrachten den ganzen Tag in meinem Zimmer und ich unterhielt mich mit ihm über zahlreiche Dinge. Über Wheatleys Tochter als mögliche Frau für ihn. Danach über die Joyces und deren Vater Fenner. Dass diese einander bisweilen zuckersüß begegnen, sich danach wieder nur mit Dreck bewerfen und einen merkwürdig groben Umgang miteinander pflegen. Nachdem er am Abend fortgegangen war, begab ich mich ins Amt. Ich las nach, was Rushworth über die Anklage gegen den Herzog von Buckingham und dessen Erwiderung schreibt, was sehr interessant war. Dann ein wenig für morgen gearbeitet. Schließlich heim, mit meiner Frau zu Abend gegessen und dann zu Bett.